DIE NEUN GEBOTE ein teuflisches Spektakel über den Geldgott
Straßentheater (Platzbespielung)

Ein Goldkalb und seine Teufelsdiener finden sich auf dem Platz ein, um die neun Gebote des Geldgottes zu verkünden. Von einem silber und gold schimmernden Turm herab präsentieren sie das moderne Leben, in dem die Menschen als Sklaven der Wirtschaft die Lehren und Gebote des Geldgottes befolgen.

Und es scheint ganz so, als habe dieser Geldgott seinen Spaß daran, uns mithilfe seiner Diener an die Schlechtigkeiten der Welt zu erinnern: die Obszönität der Kriege, die Vulgarität der Medien, die Verlogenheit der Politik, die Unfähigkeit, aus der Geschichte zu lernen, das Fehlen von Gerechtigkeit – alles Früchte seines unermüdlichen Wirkens. Mit ironischer Nüchternheit führt uns der grotesk-amüsante Geldgott die Realität vor Augen, so wie wir sie jeden Tag erleben, ohne zu merken, von wem wir eigentlich regiert werden.

Die Teufel sind mit ihren eleganten Anzügen ganz und gar irdisch gekleidet, so als ob sie Geschäftsmänner oder reiche Banker seien. Sie präsentieren die aufeinander folgenden Szenen mit Sarkasmus und grausamer Komik und zeigen uns, dass die seit Jahrhunderten währende stupide Anbetung des Goldkalbes nie aufgehört hat.

Innerhalb dieses fortschreitenden Mechanismus gibt es aber auch Unterbrechungen, in denen die Hoffnung Platz findet. Diese Pausen, in denen die Zeit stehen zu bleiben scheint, gehören den Greisen. Es sind die alten Menschen, die Weisen, die die Werte und das Gewissen der Menschheit in die Gegenwart mitbringen. Werte wie Einfachheit und Bescheidenheit, die auch ein Leben in Harmonie mit der Natur bedeuten.

In Die neun Gebote agieren die Schauspieler auf einer erhöhten Bühne, sodass das Geschehen auch aus größerer Entfernung für viele Zuschauer gut zu sehen ist. Ein Geschehen ohne Worte, bestehend aus physischen Aktionen, Bildern, Musik, Licht, Tönen und Schriften (in der jeweiligen Landessprache).

Die Bühne besteht aus verschiedenen Ebenen, die sich ständig zu verschieben scheinen. Mit Licht- und Farbeffekten werden Atmosphären und Illusionen erzeugt, wird die Aktion nach oben (in den Himmel) oder nach unten (in die Hölle) verlagert. Die Bühnenmusik bedient sich des kollektiven Gedächtnisses, um die Thematik der einzelnen Szenen zu verdeutlichen und zu untermalen (Beatles, Edith Piaf, Pink Floyd, Pharrel Williams, Liza Minelli u.v.a.).

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„Der Geldgott hat auf der ganzen Erde seine Tempel errichtet, um sich anbeten, feiern und ehren zu lassen. Seine Diener sind überall, seine Lobbyisten ebenso. Er hat Direktionszentralen erbaut und Botschafter in die ganze Welt entsandt, predigende Missionare, redegewandte Propheten, ideologische Katechisten und Werber, Minister, Diener und Verteidiger, die seinen Ritualen folgen.
Der Geldgott hat veranlasst, dass das Leben der Menschen vom Geld reguliert, regiert, diszipliniert, geordnet und geleitet wird.
Der Geldgott hasst von ganzem Herzen alles, was der Mensch in der Natur in ausreichender Menge und unentgeltlich vorfinden kann. Er hasst die Harmonie und den Frieden, er hasst das Nichtstun der Menschen, die Kindheit und das Alter, jene Lebensphasen, in denen der Mensch nicht produktiv ist.
Der Geldgott liebt die Reichen und hasst die Armen, er liebt die Sklaverei und die Untergebung der Massen.
Der Geldgott entwertet den Menschen, er macht ihn dumm, abhängig, schuldig, aggressiv, gewalttätig und egoistisch.“

DIE NEUN GEBOTE ein teuflisches Spektakel über den Geldgott

Straßentheater (Platzbespielung)

Darsteller: Tanja Horstmann, Angela Pezzi, Maria Regosa, Renato Valmori
Regie: Alberto Grilli
Musikalische Leitung: Antonella Talamonti
Dramaturgie: Gigi Bertoni
Kostüme und Masken: Angela Pezzi, Maria Regosa, Maria Donata Papadia, Loretta Ingannato
Fotos: Stefano Tedioli

Technische Bedingungendownload PDF

DIE NEUN GEBOTE ist eine Straßentheaterproduktion unter freiem Himmel, die ein Metallgerüst zur Bühne hat. Das Gerüst wird vom TEATRO DUE MONDI mitgebracht und aufgebaut.
Für den Aufbau des Gerüstes wird folgende Fläche benötigt:
Breite: 10m; Tiefe: 6m; Höhe: 7m.
Zwischen Gerüst und Publikum muss ein 4m breiter Korridor frei gehalten werden. Das Publikum sitzt oder steht frontal vor der Bühne. Die Spielfläche muss zum Be- und Entladen befahrbar sein. Zufahrts- und Parkgenehmigungen für zwei Minibusse sind vorzusehen.

BELEUCHTUNG:
Die Gruppe bringt ihre Beleuchtung mit. Das Stück kann nur bei Dunkelheit bzw. mit der Dämmerung beginnend gespielt werden.
Anschluss: CEE 380 V dreiphasig, min. 15 KW, max. 20m von der Spielfläche entfernt.

TON:
Der Veranstalter stellt die Tonanlage. Benötigt werden:
- Außenlautsprecher, geeignet für Subwoofer
- Kabel
Die Größe der Anlage sollte den Dimensionen und der Akustik des Platzes angemessen sein (ca. 4000 – 8000 Watt).

GARDEROBE:
Ein Raum von mindestens 30 m² in unmittelbarer Nähe zum Spielort, ausgestattet mit Licht, Steckdosen, Heizung und sanitären Anlagen. Die Garderobe muss ab 10 Stunden vor der Aufführung und bis 3 Stunden danach zur Verfügung stehen. Getränke für 6 Personen.

PERSONAL:
- 1 Techniker (für die Stromanschlüsse)
- 1 Verantwortlicher mit Entscheidungsbefugnis während Vorbereitung und Vorstellung

AUF- und ABBAU:
Aufbau: 10 Stunden (6h Aufbau, 1h Sound-check, 2h Probe, 1h Einleuchten)
Abbau: 3 Stunden

SONSTIGES
Benötigt wird eine Leiter.
Eine Bestuhlung für das Publikum ist gut, aber nicht notwendig erforderlich.
Es kommen im freien Handel erhältliche Feuerwerkskörper zum Einsatz.

DAUER DER VORSTELLUNG
60’